MdL Preidl plädiert: Apothekensterben stoppen!
Im Internet Bestellen ist praktisch. Es geht schnell, es geht von Zuhause aus und man kann in Ruhe stöbern. Doch es gibt Bereiche, da ist das Online-Einkaufen nicht sinnvoll. Gerade im Gesundheitsbereich ist eine qualifizierte Beratung unerlässlich, auch in einem großen Flächenlandkreis Cham. Deshalb positioniert sich der Landtagsabgeordnete Julian Preidl klar für eine Stärkung der Apotheken vor Ort. Doch die haben es nicht leicht.
Hustensaft und Heilsalbe übers Internet bestellen? Heutzutage geht das. Doch solche Online-Apotheken schaden unseren Regionalen massiv. Im Landkreis Cham gibt es aktuell gut 30 Apotheken. Noch. Blickt man auf die Karte auf der Landkreis-Homepage, so sind die roten A-Symbole gut verteilt. Von Tiefenbach im Norden über Lam im Osten bis zu Wald im Westen gibt es noch Apotheken vor Ort. Ein unerlässliches Netz, gerade in einem großen Flächenlandkreis wie dem Landkreis Cham, in dem auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrem ländlichen Heimatort selbstständig leben sollen. Dem gegenüber steht die lauernde Gefahr des Apothekensterbens. Ein großes Problem: Anbieter im Internet können Rabatt-Aktionen auf rezeptpflichtige Arzneimittel anbieten, Anbieter vor Ort nicht.
„In den letzten zwanzig Jahren wurden mehr als 4.000 Apotheken in Deutschland geschlossen worden, das ist jede fünfte! Unseren Apotheken wird das Überleben schwer gemacht, da sie die Boni nicht anbieten dürfen, Versandapotheken aus der EU aber schon. Aber Arzneimittel sind keine herkömmlichen Konsumgüter, hier braucht es eine professionelle Beratung zu Risiken und Nebenwirkungen und nicht einfach einen schnellen Klick. Dazu kommt: die Online-Apotheke hilft nicht am Wochenende. Ein flächendeckendes Apothekennetz ist notwendig, gerade in einem großen Landkreis wie unserem, hier helfen die Expertinnen und Experten doch fachkundig, schnell und auch im Nacht- oder Notdienst“, bezieht der Landtagsabgeordnete Julian Preidl Stellung.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. hat für den 23. März bundesweit zu Protesten aufgerufen. Einige wenige übernehmen den Notdienst, in den Großstädten wird es Kundgebungen geben. Der Hintergrund: das Honorar der Apotheken sei seit 13 Jahren nicht angehoben worden, die Kosten seien im gleichen Zeitraum um rund 65 % gestiegen. Zu schaffen machten den Apotheken demnach vor allem hohe Ausgaben für Energie und die Personalkosten, die tariflich geregelt sind.
„Wir FREIE WÄHLER haben, um diese wichtigen Institutionen zu stützen, bereits einen Antrag gestellt und gestern noch einmal einen Dringlichkeitsantrag. Beide wurden vom Koalitionspartner abgelehnt. Wann erkennen die endlich die brenzlige Lage? Gerade für den Freistaat mit seinen vielen ländlichen Regionen wäre ein weiteres Apothekensterben besonders gravierend. Ohne die Apotheke vor Ort wird die Versorgungslage für viele Menschen kritisch. Das wäre ein herber Schlag, erst recht mit Blick auf den demografischen Wandel und die erforderliche Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung“, erklärt MdL Julian Preidl, Generationenpolitischer Sprecher.
Auf Bundesebene versprechen Union und SPD das sogenannte Festhonorar der Apotheken zu erhöhen. Gemeint ist damit die Pauschale, die Apotheken bei der Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikaments bekommen. Demnach soll das Fixum von heute 8,35 auf 9,50 Euro steigen. Doch in den Referentenentwurf für die geplante Apothekenreform hat es das Vorhaben nicht geschafft.
