„KI ist keine Frage des Ob, sondern des Wann“
Unternehmensberater Andreas Geiling und MdL Preidl luden vergangene Woche zum kostenlosen Vortrag über das Potenzial der künstlichen Intelligenz ins Bürgerbüro ein. Im Fokus stand der Umgang mit KI-Tools in Beruf, Ehrenamt und Privatleben.
Cham. Auf jedem Smartphone neueren Modells ist sie schon vorinstalliert: die KI-App. Basierend auf schriftlichen oder gesprochenen Arbeitsanweisungen erstellt das Tool innerhalb von Sekunden einen Lösungsvorschlag. Umso genauer diese sogenannten Prompts formuliert sind, desto passender ist auch das Ergebnis. Doch auch der KI sind Grenzen gesetzt.
Geiling besitzt als Unternehmensberater langjährige Erfahrung im Umgang mit KI-Tools. „Wer weiß, wie man KI-Tools bedient, hat bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft“, ist er sich sicher. Aktuell verdoppeln sich die Fähigkeiten der KI-Tools alle sieben Monate, so Geiling. Die KI-Lösungen bringen bereits in vielen Branchen mehr Tempo in den Prozessen und Arbeitsentlastung für die Angestellten. Darunter auch Speziallösungen beispielsweise für Steuern und Recht.
„Natürlich birgt die Verwendung von künstlicher Intelligenz auch Risiken. Der geschulte Blick des Angestellten bleibt bei der kritischen Überprüfung der KI-Ergebnisse unverzichtbar. Eine technologieoffene, pragmatische Herangehensweise an die neuen Möglichkeiten birgt für die bayerische Wirtschaft und alle Bürgerinnen und Bürger gleichzeitig eine Chance, die wir unbedingt nutzen sollten“, wägt MdL Preidl den KI-Boom der letzten Jahre mit möglichen Risiken ab.
Gerade im ehrenamtlichen Bereich, in dem oft viel unvergütete Arbeit anfällt, sowie im privaten Alltag eröffnen KI-Tools neue Möglichkeiten: von der Unterstützung beim Erstellen von Texten über die Gestaltung von Social-Media-Inhalten bis hin zur Förderung von Online-Barrierefreiheit und -Teilhabe. Die große Stärke der KI-Tools liegt in der schnellen Erfassung, Strukturierung und Organisation großer Datenmengen. Aber auch das Erstellen kreativer Inhalte und Ideen gehört mittlerweile zu den Einsatzmöglichkeiten einiger KI-Modelle. Zu den klassischen Einsatzfelder wie Recherche, Organisation und Planung gesellen sich deswegen mittlerweile auch Bereiche wie Cyber-Security und berufliche Weiterbildung.
Geiling wies auch auf Herausforderungen und Risiken hin. KI-Systeme könnten fehlerhafte Ergebnisse liefern („Halluzinationen“) oder falsche Quellen nutzen. Darum bleibt eine genaue Überprüfung der Quellen und Resultate bei einem professionellen Einsatz der KI unerlässlich. Zudem müsse ein ethischer und datenschutzkonformer Umgang mit personenbezogenen Daten stets im Mittelpunkt stehen, insbesondere angesichts der gesetzlichen Rahmenbedingungen wie der DSGVO und dem EU-AI-Act.
Zum Ende seines Vortrags betonte Geiling, dass KI menschliche Intelligenz nur dann sinnvoll ergänzt, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Der Landtagsabgeordnete Preidl schloss sich dem an und betonte, dass besonders politische Inhalte in Video-, Text- und Bildform im Internet immer kritisch geprüft werden sollten.
