Halb so viel Bürokratie: Preidl stellt Antrag im Bayerischen Landtag
Bürokratieabbau ist schnell gefordert, doch was steckt dahinter? Es braucht greifbare, umsetzbare Lösungen, um Schritt für Schritt den massiven Dokumentationsaufwand im Freistaat zu verringern. Der Landtagsabgeordnete Julian Preidl aus Bad Kötzting hat sich mit regionalen Vereinen ausgetauscht und kam zum Entschluss: Wenn eh immer der gleiche Antrag gestellt wird, warum dann nicht nur halb so oft?
Bayern hat viele Möglichkeiten, uns vor Ort zu unterstützen. Veranstaltungen bei Sportvereinen zum Beispiel, die Zusammenhalt und Gemeinschaft bei Jugendlichen stärken. Doch hinter diesen Förderungen steckt eine Menge Bürokratie. Zu viel unnötige Bürorkatie in den Augen des Landtagsabgeordneten Julian Preidl.
„Jugendarbeit lebt von Menschen, nicht von Papier. Wenn Vereine und Jugendverbände jedes Jahr hunderte Stunden (meist ehrenamtlich) in bürokratische Anträge investieren müssen, geht das direkt zulasten der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das wollen wir ändern“, erklärt Julian Preidl, Generationenpolitscher Sprecher.
Die FREIEN WÄHLER setzen sich deshalb jetzt im Bayerischen Landtag dafür ein, die Förderzeiträume der Basisförderung für Jugendverbände von einem auf zwei Jahre zu verlängern. Damit soll der wachsende bürokratische Aufwand für Träger und Verwaltung deutlich reduziert werden. Der entsprechende Antrag wurde von der FREIE WÄHLER-Fraktion eingebracht und könnte im zweiten Schritt dann leicht und schnell auf Gebiete wie die Landwirtschaft oder Kultur übertragen werden.
Aktuell müssen auch seit Jahrzehnten etablierte Jugendverbände jährlich ein umfangreiches Zahlenwerk, einen inhaltlichen Antrag sowie detaillierte Verwendungsnachweise und Tätigkeitsberichte für jede geförderte Personalstelle vorlegen. Das bindet wertvolle Ressourcen – gerade jetzt, da Fachkräfte in Verwaltung und Jugendarbeit fehlen und gleichzeitig inflationsbedingt die allgemeinen Kosten steigen, die Fördermittel jedoch nicht automatisch angepasst werden.
Preidls Ansatz ist pragmatisch: Doppelhaushalte sind im bayerischen Politbetrieb längst etabliert. Durch die Verdopplung der Förderzeiträume für Verbände wird Bürokratie halbiert. Die Umstellung auf zweijährige Förderperioden würde sowohl die Einrichtungen als auch die Behörden entlasten. Der von den FREIEN WÄHLERN eingereichte Antrag sieht vor, die Maßnahme im Rahmen der vorhandenen Stellen und Mittel umzusetzen – ohne zusätzliche Kosten. Auch Regierungen, Landratsämter und Ministerien würden dadurch spürbar entlastet.
„Wir schaffen Planungssicherheit für alle, die sich in Bayern für junge Menschen engagieren. Wenn Förderungen nicht jedes Jahr komplett neu beantragt werden müssen, entsteht Stabilität für Personal, Projekte und Ehrenamt“, begründet Preidl den Antrag.
Die Reform sei ein spürbarer Modernisierungsschub für die Jugendarbeit in Bayern. Verbände kritisieren seit Jahren die aktuell vorherrschende Förderkulisse: Einrichtungen müssten jedes Jahr um ihre Zusage bangen und nicht selten in Vorleistung gehen.
„Bürokratieabbau ist kein Schlagwort – er muss konkret dort passieren, wo er wirklich etwas bringt. Mit unserem Vorschlag können Jugendverbände mehr Zeit in ihre eigentliche Aufgabe investieren: Jugendliche unterstützen, stärken und begleiten. Die Logik längerer Förderzeiträume lässt sich genauso gut auf andere Bereiche übertragen – etwa die Landwirtschaft, die Kulturförderung oder die Heimatpflege. Überall dort, wo jährlich identische oder nahezu identische Förderanträge gestellt werden müssen, entsteht ein unnötiger bürokratischer Kreislauf“, plädiert Preidl.
Ein weiteres Beispiel aus der Praxis:
Viele landwirtschaftliche Betriebe müssen jedes Jahr gleichbleibende Antragsunterlagen zur Pflege von Kulturlandschaften, Weideflächen oder Umweltprogrammen einreichen – obwohl sich die Rahmenbedingungen oftmals kaum verändern. Eine zweijährige Förderung würde hier nicht nur Zeit und Personal sparen, sondern auch den Betrieben mehr Planungssicherheit geben, etwa bei Investitionen, Saisonkräften oder langfristigen Naturprojekten.
Das gleiche gilt für Kulturinitiativen, Musikschulen oder ehrenamtliche Vereine, die jährlich wiederkehrende Förderungen beantragen müssen. Weniger jährlicher Aufwand bedeutet mehr Zeit für kulturelle Angebote, regionale Vielfalt und das Ehrenamt – und stärkt die Strukturen dauerhaft.
