Preidl stellt Antrag: Frauenhilfe darf nicht an finanziellen Unsicherheiten scheitern

Jede Verzögerung, jeder fehlende Euro kann im Ernstfall über Sicherheit oder Gefahr entscheiden. Beim Pressegespräch stellten Landtagsabgeordneter Julian Preidl und Landratskandidat Christian Schindler einen Kreistagsntrag vor, der die Hilfsstrukturen für gewaltbetroffene Frauen und Kinder im Landkreis Cham dauerhaft sichern soll. Positiv für den Landkreis: bald kommt das Geld eh vom Freistaat.


Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten der Landtagsabgeordnete Julian Preidl und der Landratskandidat Christian Schindler einen Antrag vor, der die nachhaltige Finanzierung und Weiterentwicklung der Fachberatungsstelle und Schutzwohnung für gewaltbetroffene Frauen im Landkreis Cham sichern soll. Beide Politiker betonten die Dringlichkeit, bestehende Präventions- und Unterstützungsangebote dauerhaft abzusichern und machten deutlich: Der Landkreis muss dafür sorgen, dass Betroffene schnell und wohnortnah Hilfe erhalten – ohne Hürden, ohne Umwege, ohne Angst.

Seit der Eröffnung der Fachberatungsstelle im Dezember 2022 gibt es erstmals ein niedrigschwelliges, wohnortnahes Hilfsangebot für Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Die Einrichtung verzeichnete allein im vergangenen Jahr 62 betreute Frauen und 63 Kinder – ein deutlicher Hinweis auf den hohen Bedarf im Landkreis. Gleichzeitig steht die Diakonie aufgrund steigender Kosten und sinkender Zuschüsse vor finanziellen Herausforderungen. Aktuell ergibt sich ein Defizit von rund 21.000 Euro, das ohne Unterstützung weiter anwachsen könnte.

 

„Diese Beratungsstelle ist ein unverzichtbarer Anlaufpunkt für Frauen und Kinder, die oft in größter Not Hilfe suchen. Wir dürfen nicht riskieren, dass dieses Angebot eingeschränkt wird. Diese Frauen brauchen keinen bürokratischen Hürdenlauf, sondern eine Tür, die aufgeht – sofort und ohne Vorbehalt. Es kann nicht sein, dass Frauen in Not erst nach Regensburg oder in andere Regionen ausweichen müssen. Hilfe muss dort verfügbar sein, wo Menschen leben – hier bei uns im Landkreis Cham“, betont Julian Preidl, Landtagsabgeordneter der FREIEN WÄHLER.

 

Die bisherige Arbeit der Einrichtung zeige, dass Gewaltprävention keine abstrakte Aufgabe sei, sondern tagtäglich darüber entscheide, ob Frauen und Kinder sicher leben können.

 

Landratskandidat Christian Schindler erklärt, dass der Landkreis bereits über zweckgebundene Mittel verfüge, die derzeit ungenutzt sind: Rückerstattungen aus dem Zuschuss für das Frauenhaus Regensburg in Höhe von zuletzt 68.000 Euro.

 

„Dieses Geld ist für Frauen in Not gedacht. Es wäre unverantwortlich, es ungenutzt zu lassen, wenn wir hier vor Ort eine Einrichtung haben, die dringend Unterstützung braucht. Es ist nur logisch und verantwortungsvoll, diese Gelder dort einzusetzen, wo sie heute gebraucht werden – direkt hier im Landkreis Cham“, so Schindler.

 

Der Antrag, der am Montag im Kreistag diskutiert wird, sieht vor, dass diese Mittel künftig zweckgebunden an die Fachberatungsstelle weitergeleitet werden. Und dies ist gar nicht lange nötig, sondern muss lediglich als „Überbrückungshilfe“ gesehen werden, „ab dem Jahr 2027 ist dieser Sozialbereich nämlich Aufgabe des Freistaats“, erklärt Preidl. Bis dahin soll die Stelle bestehen bleiben, sodass danach die lückenlose Finanzierung durch Ländermittel erfolgen kann.

 

„Gewalt hinterlässt Spuren – aber wir können dafür sorgen, dass niemand damit allein bleibt. Das ist unser Auftrag als Gesellschaft und als Landkreis.“, fasste Preidl zusammen. Schindler ergänzte: „Wir stärken nicht nur eine Einrichtung, wir stärken die Menschen, die sie brauchen. Und das ist das Herz unserer Aufgabe.“

 

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